Interview

Sorin Marian – Gründer von ADCONS,
Timișoara – November 2017

– Wann wurde ADCONS geboren, wo und warum, was war die Anfangstätigkeit und ist diese heute noch in ADCons zu finden?

Offiziell wurde ADCONS im Jahre 2004 gegründet, mit dem Tätigkeitsbereich Baustoffhandel, das war damals im Trend.
Eigentlich haben wir im Jahre 2006 die Werkstatt für mechanische spanabhebende Bearbeitung eingerichtet, beginnend mit einer Drehmaschine aus dem Jahr 1982, einer Fräsmaschine von 1980, einer Schleifmaschine von 1976, einer Schneidemaschine aus dem Jahre 1992, deren Wert insgesamt nicht mehr als 5.000 Euro betrug; Inoffiziell ist also 2006 das Jahr, in dem wir mit der Tätigkeit begannen, für die ich Ausgebildet war, für die ich an der Polytechnischen Universität Timișoara (TCM-Maschinenbau-Technik) studiert hatte. Für mich ist dieses Jahr das Geburtsjahr von ADCONS. Wir begannen mit der Anmietung eines Raumes im ehemaligen Unternehmen COMAT und zogen 2008 nach Săcălaz, wo wir die Tätigkeit der Kfz-Werkstatt begannen.

– Wie viele Mitarbeiter hatten Sie zum Anfang, arbeiten diese heute noch im Unternehmen?

Wir haben mit fünf Leuten angefangen. Davon sind zwei inzwischen in Rente gegangen und einer ist verstorben, die beiden anderen arbeiten heute noch bei uns. Das Gebiet um Timişoara war schon immer ein Arbeitsgebiet mit gut ausgebildeter Arbeitskraft; die 200 Jahre unter dem Habsburgerreich machen sich immer noch in der Seriosität, in der Achtung für ein gegebenes Wort und in der Freude der gut gemachten Arbeit bemerkbar.
Im Prinzip sind die Mitarbeiter, mit denen ich heute zusammenarbeite, seit dem Jahr 2010 bei uns, rund 80% davon sind immer noch bei uns. Ich mag Personalfluktuation am Arbeitsplatz nicht, aus diesem Grund biete ich sehr gute Arbeitsbedingungen. Behaglichkeit und Wärme, ein Umkleideraum mit Dusche, Essraum, die Mitarbeiter geben nichts aus, um zur Arbeit zu kommen. Mein Wunsch ist es, dass sie sich wie in einer großen Familie fühlen.

– Gab es in diesem Werdegang auch Wendepunkte, was sind sie und was haben sie der Firma gebracht?

Nach 2008 kam die Krise 2010, wir verkauften Baumaterialien nur zu ungefähr einem Drittel von dem, was wir vorher verkauft hatten. Die Tätigkeit der mechanische Bearbeitung und der Service standen am Anfang und wir konnten den Unterschied zwischen diesen Bereichen nicht decken, aber ich ließ mich nicht unterkriegen. Ich gingen weiter in Hauptrichtung Verarbeitung und Service und begannen dann im Jahre 2011 mit dem Bau der Halle in Dumbrăvița, so dass wir 2012 umziehen konnten.
2015 gaben wir die Tätigkeit in der Kfz-Werkstatt aufgrund von Personalmangel und der mangelnden Seriosität der Mitarbeiter hier auf. Also habe ich beschlossen, die „Dreherei“ zu entwickeln. Ich mag es, diese kurze Bezeichnung zu verwenden, denn es dauert ewig, bis ich mechanische Zerspanungswerkstatt sage … Ich hatte bereits seit 2007 zwei gebrauchte CNCs, die ich mit meinem eigenen Geld bezahlt habe, und alles, was ich dann später kaufte, habe ich aus eigenem Kapital bezahlt, ohne Kredite, das gilt auch für die Halle, so dass es mir leicht war die Entwicklung voranzutreiben.

– Haben Sie sich auf Technologisierung verlassen, warum und was hat die Technologisierung zur Entwicklung von ADCons beigebracht?

Wie schon gesagt, hatte ich beschlossen, mich um die Dreherei zu kümmern. Wir hatten nur wenig neue Maschinen, CNCs aus zweiter Hand, wir waren nicht Wettbewerbsfähig, wir hatten keine Produktivität. Ganz langsam, oder wie ein Zeitgenosse von uns sagte: Schritt für Schritt, haben wir neue CNCs gekauft. Wir haben jetzt fünf neue Geräte und andere klassische Maschinen, alles neu. Unsere älteste Maschine ist nun aus dem Jahre 2010, die neuste aus 2016.
Anfangs bekamen wir noch Beanstandungen von unseren Kunden, in Bezug auf Qualität. Aus diesem Grund haben wir zwei Qualitätsprüfgeräte gekauft, ein 2D Gerät und einer zum Messen der gebogenen Profile und der Winkel, der Marke Mitutoyo, sehr teuer. Wir haben auch einen Qualitätsverantwortlichen angestellt. Aus demselben Grund und um die Produktion effizienter und umweltfreundlicher zu machen, haben wir uns nach ISO 9001, 14001, 18001 zertifizieren lassen, d.h. für Qualität, Umwelt, Gesundheit, mit Hilfe von SRAC.

– Mit einem Team von 30 Fachleuten, was wünschen Sie sich heute von ihnen und wie sehen sie die Zukunft?

Was ich mir von meinen Mitarbeitern wünsche? Hingabe, und dass sie verantwortlich und mit Freude an der gut gemachten Arbeit handeln!
Dass sie ihr Arbeitsplatz und die Maschine an der sie arbeiten pflegen. Für mich ist Sauberkeit und Ordnung ein Muss. So wie ein Freund von mir sagte: “Du, Boss, bei dir wird ständig sauber gemacht, ständig ist jemand mit einem Besen oder einem Lappen in der Hand“.
Ich wünsche mir, dass die Leute nicht nur zur Arbeit kommen, weil es sein “muss”. Sie sollen es auch genießen.

 

 

 

– Ist ADCONS an Aktionen zur sozialen Verantwortung beteiligt und warum, welche Projekte sind Ihrer Meinung nach vorrangig zu unterstützen?

Ich bin Mitglied im Lions Klub Bastion, ich habe auch meinem Freund Puiu Ilieșu von der Stiftung Timișoara ’89 mit vielen Projekten der Lebensmittelversorgung geholfen, ich habe ihm ein Gemüsegarten eingerichtet (graben, harken, säen). Wir haben auch eine Weihnachtsaktion, die Weihnachtskaravane. Im Jahr 2015 erhielt ich von der Stiftung eine Auszeichnung für humanitäre Verdienste und für die Unterstützung der Stiftung Timişoara ’89.
Es gibt so viele Projekte, die es wert sind, unterstützt zu werden, es gibt immer noch so viele bedürftige Menschen und Situationen, wo jede Hilfe willkommen ist, aber man kann sich nicht auf alles einlassen. Mit Lions konnten wir uns bisher auf schnelllebige soziale Maßnahmen und Prioritäten konzentrieren.

– Hobbys?

Ich mag Sport, jede Sportart auch immer, ich war sechs Jahre lang Leistungsschwimmer, mit nationalen und internationalen Auszeichnungen, zwei Jahre Poloschwimmer, mit den gleichen Ergebnissen. Ich habe auch Handball und Basketball als Leistungssport betrieben.

– Wie ist Ihre Familie im Unternehmen ADCONS tätig und wie unterstützt sie Ihre Familie?

ADCONS begann als Familienunternehmen, entwickelte sich mit Hilfe meiner Familie, mit Eigenkapital usw. .; aber wir tun natürlich alles für unsere Kinder. Ich wünsche mich für meine Kinder einen besseren Start ins Leben, als den, den wir hatten.

– Wie sehen Sie ADCONS in 2-3 Jahren und vor Allem, wie sehen Sie das Unternehmen in 20, sogar 30 Jahren?

In den nächsten 2, 3 Jahren wünsche ich mir mehr Maschinen, um andere Bearbeitungen leisten zu können, die wir heute nicht anbieten, Elektroerosion zum Beispiel. Ich möchte auch den Bereich der industriellen Automatisierung entwickeln.
In 20, 30 Jahren? Mit Sicherheit, andere leistungsfähigere Maschinen, wahrscheinlich andere Leute. Egal wie schnell und wie stark sich die Technologie weiterentwickelt, Mechanik braucht man immer, sie war in der gesamten bekannten Geschichte der menschlichen Zivilisation notwendig. Ich glaube nicht, dass die nächsten 20-30 Jahre oder noch mehr, radikale Veränderungen bringen werden….

– Warum der Name ADCONS, woher kommt er?

ADCONS kommt vom Namen meiner Partnerin Adelina, in einem Wortspiel mit Cons von construct – das war ja der erste Tätigkeitsbereich der Firma. Inzwischen, mit der Erweiterung unserer Tätigkeiten und dem bekannten Wachstum im Bereich der Mechanik, Auto; hat sich ADCONS zu einem Markennamen entwickelt.

Ich liebe heute noch diesen Namen, und egal wohin uns unsere Zukunft auch hinführt und welche Tätigkeiten wir weiter aufnehmen werden, ADCONS bleiben der Name, unter dem wir uns weiterentwickeln werden